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Teil 3: Die Behandlung der Klasse II in unserer Praxis

Teil 3: Die Behandlung der Klasse II in unserer Praxis

Die dentale Klasse II

In unseren letzten beiden Ausgaben haben wir unterschieden, was eine skelettale und eine dentale Klasse II bedeutet. In der letzten Ausgabe haben wir uns ausgiebig mit der skelettalen Klasse II beschäftigt und wollen uns dieses Mal der dentalen Klasse II widmen.

Auch hier behandeln wir altersbedingt unterschiedlich. Wir versuchen, möglichst Geräte mit hohem dentalen Effekt zu nutzen. Die dentale Klasse II bedeutet z.B., eine stark vergrößerte sagittale Frontzahnstufe, ohne dass die Kieferbasen skelettal inkorrekt liegen. Im Seitenzahnbereich wäre die dentale Klasse II vor allem durch Aufwanderung zu erklären. So kann auch an den Molaren eine Klasse II Verzahnung vorliegen (durch den Leewayspace): später aber auch durch
Aufwanderung.

Eine Aufwanderung wird mit einer Distalisation oder sogar Extraktion behandelt. Bei Distalisation ist abzuwägen, wo die Verankerung stattfinden soll. Man unterscheidet extraoral (Headgear) im selben Kiefer aber dental (Pendulum), skelettal (Beneslider) oder sogar im Gegenkiefer (z.B. SUS-Feder) oder aber es wird auf die Distalisation verzichtet und eine Extraktionsbehandlung durchgeführt (hier wäre z.B. auch erlaubt, nur im Oberkiefer die 4er oder 5er zu extrahieren. Ziel wäre dann eine gesicherte Distalverzahnung).

Handelt es sich nur um eine vergrößerte sagittale Frontzahnstufe ohne dentale Aufwanderung im Seitenzahngebiet, sollte man sich auch nur auf die Frontzahnstufe konzentrieren. Wir nutzen für eine solche Situation möglichst Geräte, die vor allem auf die Fronten aktiv wirken. Dazu gehören Mundvorhofplatte, bei sehr jungen Kindern der Bionator/Aktivator.

Geräten sind bemerkenswert hoch. Aus unserer Erfahrung lassen sie sich nicht gut für ausgeprägte skelettale Klasse II nutzen, es sei denn der Patient trägt
tagsüber außerordentlich fleißig das Gerät (Aussteigen aus dem Gerät während des Nachtschlafes). Bei dieser Situation ist unbedingt
auch zu prüfen, was der Ursprung des Problems ist. Hierbei kann eine logopädische Unterstützung notwendig werden (viszerales Schluckmuster/Sigmatismus
frontalis) oder aber das Behandlungsgerät kann schon helfen (Zungeneinlagerung und Lippeneinrollen).

Achtung, auch bei älteren Patienten kann hier ein Lutschhabit vorliegen!

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